Deutsche Oper von Warnstreik betroffen - Tänzer des Staatsballetts lassen die Beine ruhen

Am Sonntagabend sollte die Wiederaufführung des Ballettstücks "Die Bajadere" in der Deutschen Oper Premiere feiern. Doch die Vorstellung wird nicht stattfinden: Die Gewerkschaft Verdi hat die Tänzerinnen und Tänzer wieder zum Warnstreik aufgerufen. Damit fällt zum sechsten Mal in diesem Jahr eine Vorstellung aus.

Die Tänzer des Staatsballetts Berlin haben erneut einen Warnstreik angekündigt. Eine Aufführung des Balletts "Die Bajadere" in der Deutschen Oper werde am Sonntag nicht getanzt, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Die Oper bestätigte die Absage der Vorstellung.

Streitpunkte: Gagen, Arbeitszeit, Gesundheitsschutz

Im Streit um einen Haustarifvertrag für die 74 Tänzer sind in den vergangenen Monaten bereits mehrere Vorstellungen ausgefallen, darunter auch am publikumsträchtigen Karfreitag. Bei dem Tarifvertrag geht es unter anderem um eine Staffelung der Gagen, die Arbeitszeit, freie Tage und Gesundheitsschutz.

Laut Verdi haben die Tänzer mehr als 120 Aufführungen im Jahr und erwarten speziell auf sie zugeschnittene Arbeits- und Vergütungsbedingungen.

Nach Auffassung des Staatsballetts ist Verdi nicht für den Künstlertarif zuständig. Opernstiftungschef Georg Vierthaler kündigte an, einer Vereinbarung nur dann zuzustimmen, wenn die Gewerkschaft von den Verhandlungen ausgeschlossen wird. Bis auf einen Tänzer seien alle Tänzer und Tänzerinnen des Staatsballetts Verdi-Mitglieder, sagte Gewerkschaftssekretärin Sabine Schöneburg.

Für Tänzer gelten generell die sogenannten Flächentarifverträge "Normalvertrag Bühne", die von anderen Gewerkschaften ausgehandelt wurden. Diese beinhalten jedoch nicht die Spezifika für die Tänzer des Staatsballetts.